
Meine "Kultur"
Bücher und Musik
Das lese ich grade.
- J.R.R. Tolkien "Der kleine Hobbit". Beim Aufräumen gefunden, muss ich natürlich lesen. Auch wenn der INhalt spätestens durch die Filme "Eine unerwartete Reise", "Smaugs Einöde" und "Die Schlacht der 5 Heere" bekannt ist.
- Joy Williams "In der Gnade". Das Buch (1973 im Original veröffentlicht, 2024 in deutsch) beschreibt die Flucht, oder den Neuanfang einer jungen Frau aus dem amerikanischem Süden. Mit jobben an der Golfküste, College und junge Familie im Trailerpark. Die New York Times schrieb: "Joy Williams ist die vielleicht bedeutendste Schriftstellerin dieser Zeit. Schwer zu sagen, was schockierender ist: ihre historische Unersetzlichkeit oder ihr Talent."
Arantza Portabales "Alles, was geschieht, hat seinen Grund". Ein merkwürdiges Buch, was sich aber gut liest (bisher 100 Seiten). Merkwürdig, weil die Geschichte von vier Frauen, die gerade an Wendepunkten im Leben stehen (z.B. Scheidung) in Form von Anrufbeantworternachrichten geschrieben ist. Also sehr schnelle Wechsel, die Kapitel sind 1-2 Seiten lang. Und mitunter kommen umwerfend poesievolle Sätze, über die man dann nach der Seite gut nachdenken kann.
"Großeltern. Geschichten über ganz besondere Menschen". Ursula Baumhauer wählte 17 Geschichten mit Bezug zu Oma und Opa aus. Von Ingrid Noll über Joachim Meyerhoff bis Hans Fallada. Irgendwie sind sie nett, romantisch und erinnern tatsächlich auch an die eigenen Kindheit. Teilweise sogar an mein jetziges "Opasein", das ich genieße. Bleibt erstmal. Note 2.
Ken Follet "Never - Die letzte Entscheidung". Polithriller, der die aktuellen globalen Probleme und Krisen aufgreift und "weiter spinnt". Nach 70 Seiten ist Klar: Die Choreografie ist sowas von klassisch. Für das Genre gilt oft "Kennste eins, kennste alle". Oberste Ebene ist hier eine US-Präsidentin, dann gibt es einen chinesischen Geheimdienstgeneral und darunter die Ebenen "normaler", aber irgendwie involvierter Leute. Hätte auch von Forsyth (s.u.) sein können. Note 3.
Markus Heitz "Die Zwerge". Wie unten schon angesprochen, mein drittes Ergänzungsbuch 😉 zu "Herr der Ringe". Und es hat sich wieder gut gelesen. Markus Heitz ist für Phantasy, aber auch Sciences Fiction eine gute Wahl. Das Buch wird hoffentlich einen guten Fan finden. Note 2.
Muss aber trotzdem gehen. Für SF sei "Collector" empfohlen, am besten die Saga in einem Band.
Kim Harrison "Blutzauber". Vom Wühltisch gegriffen und dann erst gesehen, das es das 15. Buch einer "Rachel-Morgan-Serie" ist. Leider keine Einstiegsphasen für neue Leser oder Erklärungen zu übergreifenden Regeln enthalten. Für Neulinge nicht lesbar. Musste ich entnervt abbrechen. Note 5.
Markus Gürne, Bettina Seidl: "Der Wirtschafts-Virus. Wie Corona die Welt verändert und was das für Sie bedeutet." Das Buch hatte im Sommer 2020 Redaktionsschluss. Kann man kaum glauben, das vieles, was die Autoren schreiben, noch aktuell gültig ist bzw. das sich erste Tendenzen von damals verstetigt haben. Toll zu lesen und man muss nicht BWL oder Politik studiert haben. So wie man Herrn Gürne und sein Team aus dem Fernsehen kennt: Prägnant, informativ und verständlich. (Ein Superkauf für 2,50 € vom Wühltisch.). Ich würde mir wünschen, es kommt ein zweiter Teil. Note 1. #derwirtschaftsvirus
Stan Nicholls "Die Orks". Mein zweiter "Herr-der-Ringe-Ergänzungsschmöker" nach den Trollen (s.u.) War wieder ein kleiner Spaß nach Jahren in diese Welt einzutauchen. Habe übrigens auch noch "Die Zwerge". Alle drei Bücher werden im Herbst als Bündel auf unsere Dorfflohmarkt angeboten werden. Für Fans dieser Phantasiewelten zitiere ich gerne einen Umschlagsatz sinngemäß: Sie werden nach diesem Buch ` Herr der Ringe´ mit vollkommen anderen Augen sehen. Stimmt. Eigentlich sind die Menschen die Bösen. Note 2 , geht aber trotzdem weg.
Rutger Bregman "Im Grunde Gut. Eine neue Geschichte der Menschheit". Der niederländische Historiker will das Narrativ des negativen Menschen ( Pessimismus, Egoismus, Argwohn...) widerlegen. Mit einer Fülle an Fakten und Untersuchungsergebnissen vertritt er die Idee, das die meisten Menschen im Grunde gut sind. Auch wenn das alles logisch und klar erscheint, kommt quasi nach jeder Nachrichtensendung ein Fragezeichen auf. Kommunikation und Information ist halt ein wichtiger Triggerpunkt. Jedenfalls ein Buch, das jeder gesellschaftlich Interessierter (m/w/d) lesen sollte. Note 1 #imgrundegut
Kazuaki Takano "13 Stufen". Ein japanischer Krimi (vom Wühltisch), der neben der Tätersuche die Frage nach Schuld, Sühne und Reue intensiv betrachtet. Und sehr anders als bei uns in Mitteleuropa. Man erfährt auch viele Dinge über japanisches Alltagsleben, was für mich oft verblüffend stark fremd war - allerdings habe ich nicht rausgelesen, ob das Buch in den 80er oder 90er Jahren spielt. Die 13 Stufen sind übrigens die formalen Schritte, bis ein Todesurteil ausgeführt wird. Note 2, auch wenn ich wahrscheinlich abgebe.
Christoph Hardebusch "Die Trolle". Auch ich hatte Anfang der Nullerjahre meine Phantasyphase. Die Filmtrilogie "Herr der Ringe" begann 2001 und startete fast ein "Suchtjahrzehnt". Im Nachklang der Filme kamen reihenweise Bücher auf den Markt, auch von verschiedenen deutschen Autoren zu Zwergen, Orks & Co. Eben auch "Die Trolle". Beim Aufräumen gefunden und gut für Pausen im Garten. Das Erstlingswerk des Autors ist aber nicht wirklich ein Knaller. Note 3.
Frederick Forsyth "Die Faust Gottes". Klassischer Polit-/Militärthriller des englischen Meisters der Spannung um den Beginn des Irakkrieges. Läuft auf verschiedenen Ebenen, von Regierungen bis zu den eigentlichen Helden, hier z.B. einen SAS Major. Ist spannend, da die Figuren der oberen Ebenen die Echtnamen haben, z.B. Margaret Thatcher. Und so ein bisschen beim Lesen die Frage kommt: Ist da doch was Wahres dran? Insofern meisterlich, aber nichts zum aufheben. Note 3
Helen Scales "In 80 Meerestieren um die Welt". Der Name ist Programm. Geschichten des Lebens von faszinierenden Meeresbewohnern. Es ist kein Fachbuch, liest sich locker. Aber trotzdem eher nur einmal. Sicher auch was für Kinder mit Interesse. Und dann noch toll illustriert. Note 1-2 (wird für die Enkelinnen aufgehoben).
Mariana Leky "Was man von hier aus sehen kann". Erzählt wird die Geschichte von Luise und ihrer Oma Selma plus ein paar Menschen von Familie und Freunde bzw. Nachbarn sowie einem (zu Beginn seltsamen) buddhistischen Mönch in einem Westerwälder Dorf (also jwd). Und das über einen Zeitraum von rund 25 Jahren. Hört sich langweilig an, ist es aber überhaupt nicht. Das Buch hat Humor, Tragik, skurrile Situationen, Tod, Liebe und das alles sprachlich präzise, liebevoll und witzig. Es hat mich verblüffend berührt und ist eine Empfehlung, wenn man mal aus der Welt der schnellen Information raus will. Wurde 2022 verfilmt. Note 1+. #wasmanvonhieraussehenkann (Gehört meiner Frau. Nicht zum ersten Mal hat sie eine gute Bücherwahl).Bonnie Garmus "Eine Frage der Chemie". Spiegel-Jahresbestzeller, Sunday Times und New York jeweils Bestzeller Platz 1 und mittlerweile auch als appleTV+-Serie verfilmt. Der Guardian schrieb "Elegant, witzig, nachdenklich... Und das größte Vergnügen dabei ist Bonnie Garmus trockener Humor." Und das im großen Feld der Gleichberechtigung in den 50er bzw. frühen 60er Jahren. Bei allem Humor hatte ich aber auch manchmal einen Klos im Hals bei den Beschreibungen des Frauenbildes und des Verhaltens gegenüber den Frauen. Echt krass. Zum Glück endet das Buch mit einem Happy End. Note 1. (Gehört auch meiner Frau.) #einefragederchemie
Yuval Noah Harari "Nexus. Eine kurze Geschichte der Informationsnetzwerke von der Steinzeit bis zur künstlichen Intelligenz". Nach "Eine kurze Geschichte der Menschheit" und die Fortsetzung mit Zukunftsblick "Homo Deus" (Ups, fehlen unten) der dritte Hammerschlag vom Harari. Wie die Vorgänger spannend und manchmal verblüffend. Er betrachtet hier die menschliche Gesellschaft unter dem Blickwinkel von Definition und Rolle von Informationen. Genauer von Informationsnetzwerken, begonnen bei den Kleingruppen der frühen Menschen bis zu möglichen Perspektiven einer umfassenden KI. Man muss nicht jede seiner Aussagen bejahen, aber er bringt Bekanntes in eine neue Struktur oder ein verändertes Koordinatensystem. Kreye (s.u.) zählt übrigens Harari zur Gruppe der "Doomer", die besonders die potenziellen Gefahren der weiteren KI-Entwicklung sehen und im März 2023 in einem offenen Brief ein 6-monatiges Moratorium für die KI-Entwicklung forderten (hatte auch Elon Musk mit unterschrieben). Note 2+ (kein Buch, das man einmal liest und Bescheid weis 🤔), #nexus
Florencia Etcheves "Fridas Köchin". Das Buch spielt in zwei Zeiten. Zum einen zwischen 1939 und 1954. Das (fiktive) 14-jährige Mädchen Nayeli flieht von zuhause und wird Köchin und Freundin von Frida Kahlo. Zum zweiten 2018-2019. Nayeli stirbt hochbetagt in einem Altersheim und ihre Enkelin Paloma versucht mit dem Nachlass mehr über ihre Großmutter zu erfahren. Da hier auch ein geheimnisvolles (und wertvolles Bild) auftaucht, läuft als ein Handlungsstrang eine Art Krimi mit. Toll geschrieben, man erfährt viel von Frida Kahlo und ihrem Mann Diego Rivera (bedeutender mexikanischer Maler) und dem damaligen Leben. Auch die zweite Zeitphase liest sich lebendig und spannend. Auf dem Schutzeinband steht: "Ein Roman voller Farben, Sinnlichkeit und magischem Realismus". Yes. Note 1. #fridasköchin (Gehört auch meiner Frau)
Joachim Meyerhoff "Man kann auch in die Höhe fallen". Der Autor (Mitte 50) zieht sich etwas ausgebrannt (oder doch eher Lebenskrise?) zum Schreiben eines Romans zu seiner Mutter zurück (norddeutsches Dorf, Mutter ist 80+). Eigentlich sind es zwei Bücher in einem. Erstens die Meyerhoff´ schen Reflexionen an frühere Phasen als Kind oder Jungschauspieler oder Familienmensch. Mehrheitlich die Rubrik "Pleiten, Pech und Pannen". Naja. Zweitens die Beschreibung des Aufenthalts bei der Mutter. Richtig gut. Viel Liebe zur total toughen Mutter, trockener norddeutscher Humor. Mal laut lesen probieren oder sich gegenseitig vorlesen - hebt den Spaß nochmal. Kann man gut lesen, aber einmal reicht mir. Note: 3
Andrian Kreye "Der Geist aus der Maschine. Eine superschnelle Menschheitsgeschichte des digitalen Universums". Auch wenn die ersten kleinen Tappelschritte zur KI in der 50er waren, begann die eigentliche Entwicklung erst nach dem kalten Krieg Ende der 80er Jahre. Und dann in einem bisher unbekannten Tempo. Das Buch ist spannend, informativ und unterhaltsam, hat doch Kreye schon ganz früh viele Akteure persönlich kennen gelernt. Ich hatte nicht erwartet, das so ein "trockenes" Thema so ansprechend gemacht werden kann. Nebenbei kann man auch Infos zum "klug daher schwatzen" bekommen 😉. Und wer weiß beispielsweise schon,das Al Gore als Vize von Präsident Clinton dem Thema der Digitalität auf politischer Ebene viele Steine wegräumte;das der Brite Tim Berner-Lee Ende Dezember 1990 die erste Webseite der Welt ins Netz des CERN stellte;das sich bereits 1955 John McCarthy den Begriff "Künstliche Intelligenz " (Artificial Intelligence) ausgedacht hatte - und nicht aus wissenschaftlichen Gründen. Er steht in einem Förderantrag an die Rockefellerstiftung zu Unterstützung einer Fachtagung an der Dartmouth University zur "stochastischen neuronalen analogen Verstärkungsberechnung". Hätte kein Geldgeber verstanden und so kam John auf "Artifical Intelligence";das eine KI, die eine Aufgabe nicht beantworten kann (z.B. keine Info vorhanden oder nicht darauf trainiert ist), das nicht in jedem Fall so sagt. Sie kann auch aus Informationsbruchstücken, die einen, auch entfernten, Bezug zum Thema haben, sich eine neue Antwort zusammen bauen, i.d.R. eine falsche oder stark fehlerhafte Antwort (Kreye sagt ´ die KI spuckt Blödsinn aus` ). Dafür wird der schöne Begriff "Halluzinationen" genutzt. Kann ich einfach nur empfehlen. Note 1+. #dergeistausdermaschine
Alastair Reynolds "Die Arche". Im 27. Jahrhundert erobert die Menschheit nicht nur einfach so die Galaxis, sondern wird mit Maschinenintelligenz konfrontiert, die biologische Entwicklungen unterdrücken will. (KI, ick hör Dir klappern). Hört sich nach oller SciFi an, ist aber durchaus unterhaltsam zu lesen. Sicher auch, weil der Waliser Reynolds Astronomie studiert hat und als Astrophysiker bei der ESA arbeitet - also der seltenen Fall, das jemand weiß, wovon er schreibt :-)). Note 3 (Gehört in meine Reihe: Ewig nicht mehr angefasst, lese ich nochmal und dann brauche ich Platz im Regal.)
Michael Ondaatje "Katzentisch". Die Reisegeschichte eines Jungen von Ceylon nach England Anfang der 50er Jahre. Zusammen mit zwei anderen Jungen (werden Freunde) sitzen sie als Außenseiter am "Katzentisch" - zusammen mit skurrilen, geheimnisvollen, merkwürdigen Mitreisenden. Ein Kaleidoskop von Bildern, Personen und Vorkommnissen - wunderbar beschrieben. Ondaatje ist durch die Verfilmung seines Romans "Der englische Patient" bekannt geworden. Note 1. #katzentisch
Uta Seeburg "Wie isst man ein Mammut? In 50 Gerichten durch die Geschichte der Menschheit". Wenn man mal entspannen und sich auch unterhalten lassen will, ist das Buch Klasse. Und trotzdem blieben bei mir die Oha-Effekte nicht aus. Im besten Sinne "Geschichte geht durch den Magen". Liest man sicher nicht schnell ein zweites mal, hebe ich aber auf. Note 2.
Merlin Sheldrake "Verwobenes Leben. Wie Pilze unsere Welt formen und unsere Zukunft beeinflussen". Hört sich an wie SciFi. Ist aber ernstgemeint. Sheldrake ist Biologe mit Lehraufträgen auch in Geschichte und Wissenschaftsphilosophie im Cambridge. Hat über die Pilze auch schon in Deutschland berichtet (Uni Marburg, FU Berlin). Und nach dem Lesen (wenn´ s auch manchmal wissenschaftlich nüchtern ist) gibt es nur ein Ergebnis: Tief im Untergrund und wenig beachtet sind die Pilze die eigentliche "Herren der Welt". Note 1. #verwobenesleben
[Hinweis für Fans solcher wissenschaftspopulären Literatur, wie auch "Dark Rome" oder "Urwelten" (s.u.). Ein Hammer in dieser Bücherbranche ist für mich Johannes Krause & Thomas Trappe´´ s Buch "Die Reise der Gene". Krause ist Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie und war Schüler von Svante Pääbo, der für diese Arbeiten 2022 den Nobelpreis erhielt. Trappe ist Journalist und Redaktionsleiter. Wer weiß schon, das wir als Mitteleuropäer alle von Leuten aus Anatolien abstammen, die von 4000 Jahren Europa (neu) besiedelt hatten.]
George R.R. Martin "Das Lied von Feuer und Eis". Die 10-bändige Vorlage von TV-Kultserie "Game of Thrones" ist wirklich lesenswert. Spannend geschrieben, gut strukturiert, bildhafte Sprache. Aber Achtung: Suchtcharakter! Und nichts für Kinder! [Für die Fans der TV-Serie: Die Bücherreihe endet einige Teile vor dem TV-Finale ;-)]. Note 1+.
Kazuo Ishiguro "Was vom Tage übrig blieb". Kein Buch über Japan oder China. Sondern "Die bittersüße Liebesgeschichte zweier Bediensteter in einem englischen Herrenhaus." Wunderschön geschrieben, viel Respekt und Liebe des Autors für seine Protagonisten. (Verfilmt mit Emma Thompson und Anthony Hopkins). Note 1.
Thomas Halliday "Urwelten. Eine Reise durch die ausgestorbenen Ökosysteme der Erdgeschichte". Der englische Paläontologe lässt verschwundene Welten wieder aufleben. Die Sunday Times schrieb "Episch wie ein Kinofilm und unvorstellbar reichhaltig. Vielleicht das beste Buch des Jahres 2022." Und: Der Epilog "Eine Stadt mit Namen Hoffnung" ist der beste Text, den ich bisher als Abspann eines Buches gelesen habe. Sachlich, faktenreich, dabei unaufgeregt und hoffnungsvoll-optimistisch mit Vertrauen auf die Menschheit. Gänsehaut beim Lesen. Note 1+. #urwelten
Cilla & Rolf Börjlind "Die Springflut". Das ist der erste Roman des schwedischen Krimi-Drehbuchautorenpaars, mittlerweile gibt es 6 weitere Bücher. Wie (fast) immer bei den skandinavischen Krimis: hart, direkt, markante Helden [m/w/d] (auch wenn das hier etwas phantastisch ist). Macht aber Lust auf mehr. Note 2.
Wolfgang Krischke "Was heißt hier Deutsch? Kleine Geschichte der deutschen Sprache." Kein Buch, das ich in einem Ritt durchgelesen habe. Muss man auch nicht. Auf dem Rückeinband stehen so Fragen wie "Woher kommt das Wort 'deutsch'?" oder "Wie kam das reinste Deutsch nach Hannover?" Fazit: Interessant, lehrreich und manchmal fast krimispannend - angenehme Überraschung. Note 1.
Frank Schätzing "Die Tyrannei des Schmetterlings". Der 8. Roman des Autor im fiktionalen Bereich greift das Thema KI und dessen Beherrschung auf. Da werden viele Register gezogen, vom harten Sheriff bis zu Parallelwelten. Und vieles ist auch brandaktuell. Trotzdem kam bei mir keine rechte Stimmung auf. Ein Muttersprachlicher nutzt ca. 12.000-16.000 Wörter. Die deutsche Standardsprache hat dagegen rund 75.000 Wörter. Es wirkt, als ob Frank Schätzing wenigstens 50.000 Wörter unterbringen wollte. Ich fand daher leider weite Teile des Buches ziemlich nervig. Note 3.
Amy Tan "Die hundert verborgenen Sinne". Eine Fotografin aus San Francisco macht mit ihrer Halbschwester Kwan eine Reise zu deren chinesischen Wurzeln. Zum Teil ernüchternde Beschreibung der brutalen innerchinesische Kämpfe in den Zeiten von Mao und Chiang Kai-shek, aber auch viel Empathie und Liebe. Kein alltäglicher, aber ein sehr schöner Roman. Note 1.
Madeline Miller "Ich bin Circe". Griechische Mythologie neu erzählt aus dem Blickwinkel von Circe, der Tochter des Sonnengottes Helios. Erfrischend, verblüffend, toll, alle menschlichen/göttlichen Schwächen beschreibend. War zurecht ein Bestzeller der New York Times, der Sunday Times und vom Spiegel. Note 1.
Michael Sommer "Dark Rome". Der Olderburger Geschichtsprofessor hat die dunkle Seite der römischen Geschichte "beleuchtet". Ein Blick in die Welt von Drogenkonsum, Mordanschlägen, Kulte, Obsessionen. Fühlt sich manchmal wie ein Krimi an. Note 2.
Dan Wells "Ghost Station". Spannender Spionageroman im Herbst 1961 in West-/Ostberlin. Im Mittelpunkt steht ein Kryptograph einer CIA-Abhörstation in Berlin, der den Kontakt zu einem Doppelagenten im Osten hält und den Verdacht hat, das die Stasi auch bei ihnen einen platziert hat oder platzieren wird. Note 1.
Ken Mogi "Ikigai". Ein Buch, das ich leider nicht mit 40 gelesen habe. "Ikigai ist ein japanischer Begriff, der die Freuden und den Sinn des Lebens beschreibt", also das Prinzip "das, wofür es sich zu leben lohnt". Und es ist kein Esoterikbuch. Ken Mogi ist Neurowissenschaftler und als Autor und TV-Moderator in Japan bekannt. Note 1. #igikai
Frank Schätzing "Lautlos": Wird zunehmend nervig weitschweifend beim Lesen. Note 4.
Randall Munroe "what if? 2 Was wäre wenn": Die Auswähler haben diesmal meist unangenehm echt blöde Fragen ausgesucht, daher ging der Spaß beim Lesen zu schnell verloren. Note 4.
Muriel Babery "Die Eleganz des Igels". Bezaubernde Geschichte einer zum Selbstmord entschlossenen 15-Jährigen und der gebildeten und lebensklugen Concierge. Note 1.
Olov Svedelid "Boten des Todes"; Kjell Ola Dahl "Schaumfenstermord"; Hakan Nesser "Das vierte Opfer". Klassische nordische Krimis, immer etwas düster, aber gut. Leider geht meine ganze Reihe "Midsommer Tode" nach nochmaligem Lesen aus Platzgründen in die Bücherbox. Aber prinzipiell sind (fast) alle skandinavischen Krimis mindestens gut. Die Härtesten kommen nach meiner kleinen Erfahrung aus Island. Noten 1 (gehen trotzdem in die Box zur Freude Anderer)
Meine ganz persönliche und total subjektive Bewertung zwischen 1 und 5.
1 - Gefällt mir sehr gut. Kann/Will/Muss ich empfehlen. Gehört in mein Bücherregal.
2 - Kann man gut lesen. Erstmal aufheben und in einigen Monaten nochmal lesen. Dann neu entscheiden.
3 - Naja, einmal lesen reicht. War als Unterhaltung für zwischendurch ok (z.B. im Zug). Gebe ich in die Bücherbox.
4 - Leider eine Enttäuschung. Passt irgendwie nicht zu mir und meinen Erwartungen. Knapp geschafft oder sogar vorher aufgehört mit Lesen. Könnte aber anderen besser gefallen, kommt daher in die Bücherbox.
5 - Oh, was für ein Schrott. Das kann ich niemandem anbieten. Muss entsorgt werden, so weh mir das bei Büchern tut.
Wow. Das geht ins Ohr.
Jeder hat seinen Musikgeschmack. Und seine Lieblingsmusiker und -musikerinnen und/oder Titel und/oder Instrumente ... Ab und zu höre ich aber etwas "Neues", das mehr als normal hängen bleibt. Zum Beispiel:
- Madrugada, spanisch/portugiesisch für Morgengrauen, kommt aber aus Norwegen. Gegründet 1995, haben sie nach eine Pause 2018 eine Reunion gehabt. 2022 kam "Chimes at Midnight" heraus, tolle Songs und klasse Videos. Mit dem "Vesterãlen Project" haben sie die Clips tief in der norwegischen Provinz mit Unterstützung der Leute vor Ort gedreht. Schön melancholisch. "Dreams at Midnight" konnte man auch öfter im Radio hören. Anderes Highlight ist "The World Could Be Falling Down". Unbedingt die official music videos auf YouTube ansehen.
- Die Kalifornierin Beth Hart war mir unbekannt, hat aber aber schon etliche Alben und Tourneen und gilt bei vielen (z.B. dem NDR) als "eine der besten und beeindruckendsten Rock- und Blues-Künstlerinnen der Welt". Sie hat 2015 den Titel "Mechanical Heart" rausgebracht. Ich habe diesen vor kurzem in einer Wiederholung von "Inas Nacht" vom Herbst 2022 zum ersten mal gehört/gesehen. Sowohl die Studioversion als auch der wunderbare Liveauftritt in Hamburg sind in youtube. Der 2022er gefällt mir besser, die Stimme ist halt reifer. Im Sommer 2023 gab es auch eine Deutschlandtour.
Hier der link zur ARD-Mediathek
https://www.ardmediathek.de/video/inas-nacht/musik-bei-inas-nacht-beth-hart-mit-mechanical-heart/das-erste/Y3JpZDovL25kci5kZS82MjIyOWQxZC03MjBmLTRhZjMtODg5Ny0yMjg5ZWYzYmVhYmE
- Ich bin ein großer Fan der "new classic". Gerne auch etwas getragenes, melancholisches am Klavier. Ein aktueller Vertreter ist Alberto Giurioli mit seinem 2022er Album "life". Daraus hier der Link zu "Marie" https://www.youtube.com/watch?v=4r49ZC0yoDc&t=27s. Einfach wunderbar.
Mein Godfather dieses Genre ist aber Ludovico Einaudi, den ich schon live sehen durfte. In der Breite ist er durch die Filmmusik zu "Ziemlich beste Freunde" bekannt geworden. Sein Stück "Divenire" ist für mich eine der ziemlich besten ;-) Kompositionen der letzten 100 Jahre. Ich finde die 2010er Version mit Orchester in der Royal Albert Hall umwerfend. https://www.youtube.com/watch?v=X1DRDcGlSsE&t=1s - Passend dazu: Im Sommer 2024 lief auf Klassik Radio ein sehr schönes kleines Klavierstück. Wurde aber über DAB nicht angezeigt und tauchte auch nicht in den Playlisten auf. Keiner Ahnung warum: Aber dank Shazam ist Klarheit: "Perfect Horizon" von Magnum Opus & Daniel Law Heath . Hier ein Link https://www.youtube.com/watch?v=_JaQM9ZQPSg . Generell richtig coole Musik.
- Im Frühjahr 2023 lief in den Kinos "The Fox" bzw. "Der Fuchs". Mit einer unglaublichen Filmmusik von Arash Safaian. Hier ein Link: https://www.youtube.com/watch?v=UgljDFY8Uac
- "Flight" von der englischen Komponistin Rachel Portman. Einfach hinsetzen, entspannen, Augen zu und genießen. Läuft aktuell öfter auf Klassikradio. https://www.youtube.com/watch?v=Tj4i_RYEGAo
- Debbie Wiseman, ebenfalls eine Engländerin, gehört zu meinen Lieblingskomponierenden (😉). Bisher ist die Musik in über 20 Filmen und Fernsehserien von ihr zu hören. Meine Highlights sind die Musik im Oscar Wild Film und das Album "The Music of Kings and Queens" (2021). Das Album war ein Geschenk zum 95. Geburtstag der Queen mit kleinen Musikstücken für 11 Kings and Queens. Jeweils mit einer Einführung zum/zur Monarchen/in durch Helen Mirren (für die Königinnen) bzw. Damian Lewis (für die Könige). Wenn das nicht very british ist. Jedenfalls liebe ich hier besonders "Anne". https://www.youtube.com/watch?v=Ru-n8L_kZzg